Foto: Andreas Vallbracht
Text: Kirsten Lindemann Zur Tour mit allen Lieblingsplätzen

"Heute hier, morgen dort – das ist das Seefahrerleben. Warum an einem Platz verharren, wenn draußen neue Kontinente und Abenteuer warten. Und doch gibt es ihn: den Heimathafen, den Platz im Herzen, den Ort, an dem man sich zu Hause fühlt."

Mit der Hafenfähre zum Elbstrand

Da will man einmal einen Seemann auf dem Trockenen treffen und wo bringt er einen hin? Auf die Fähre! „Das ist das das Schöne an Hamburg – auch wenn ich an Land bin, muss ich nie aufs Wasser verzichten!“ Die Hafenfähren gehören zum öffentlichen Nahverkehr wie Busse und Bahnen. Tobias‘ Lieblingsstrecke: die 62er Linie raus zu den Elbstränden. Denn auch das hat Hamburg – Strandfeeling mitten in der Stadt. „An der „Strandperle“ sitzen, Schiffe gucken, den Sand zwischen den Füßen haben – das ist Urlaub!“, schwärmt er. Der Kult-Kiosk ist brechend voll, die Stimmung gut. Kinder und Hunde planschen in der Elbe, während die Containerriesen vorbeiziehen.

Kultur im Museum, Entspannung in der Sauna

Den nächsten Halt machen wir im Internationalen Maritimen Museum. Eine riesige Schiffsschraube begrüßt uns und glitzert in der Sonne. „Das ist ein Museum genau nach meinem Geschmack: Hier gibt es nämlich keine Etagen, sondern Decks. Mal sehen, was auf der Brücke so los ist…“ 3000 Jahre Seefahrtsgeschichte sind hier zu sehen. Tobias schlendert an Schiffsmodellen von der chinesischen Dschunke bis zum Großsegler vorbei, dann geht’s Richtung Hochseekreuzfahrt. Neben vielen Modellen sind hier sogar Rettungsinseln von Bord ausgestellt.

So richtig abschalten vom Job, geht das eigentlich? „Klar“, lacht Tobias, „in der Sauna zum Beispiel!“. Doch die Rooftop-Sauna, in die er uns bringt, übertrifft alles: Sehr stylisch im rauhen Charme von Container- und Schiffbaudesign entspannt man unter dem Dach des 25hours Hotel HafenCity direkt vis a vis zum Cruise Terminal. Es gibt sogar ein Logbuch: 25 Seeleute aus aller Welt erzählen darin ihre realen Geschichten. Gerade schlürfen wir einen Kaffee, da schreckt Tobias auf: „Wir müssen los!“ Er schmunzelt: Wir tun jetzt was gegen das Fernweh.“

Ein Viertel, zwei Welten - Aladdin und Altes Mädchen

Keine halbe Stunde später sind wir mitten im Orient. In der neuen Flora wird gerade für die Abendvorstellung von Aladdin geprobt. „Das Musical ist phantastisch. Ich habe ja schon so einiges gesteuert – ein fliegender Teppich war leider noch nicht dabei!“ Während Tobias ein bisschen mit Dschinnys Equipment spielt, wollen wir einem Seefahrer-Mythos auf den Grund gehen: Wie ist das eigentlich mit dem Sprichwort „in jedem Hafen ein anderes Mädchen“? „Tja….“, schmunzelt er. „ich kann euch mein Mädchen vorstellen!“

Dafür fahren wir ins Schanzenviertel, und schnell wird klar: Diese Dame hat Stil! Das „Alte Mädchen“ ist ein Braugasthaus und eine Craft Beer Bar mit stolzen 60 Sorten, vom heimischen Ratsherrn bis zu Flaschenbieren aus aller Welt. Freddy Quinn hat die Stadt Hamburg in seinen Liedern altes Mädchen genannt, erzählt Tobias. „So, Frage beantwortet?“, lacht er.

Unter die Elbe und hoch in den Himmel

Weiter geht’s: Tobias will uns zeigen, wie man sich die Stadt von unten anschauen kann, ohne nass zu werden - 24 Meter in der Tiefe. Wir sind im alten Elbtunnel, wo seit 1911 Menschen und Fahrzeuge auf die anderen Elbseite gelangen. Hier unten ist genauso ein buntes Treiben wie oberhalb: Fahrradfahrer, die auf dem Weg zur Schichtarbeit im Hafen sind, sausen an uns vorbei. Vom Wärterhäuschen aus werden wir begrüßt, dann geht es 425,5 Meter geradeaus durch die gekachelten Röhren. „Die Belohnung ist ein Blick auf die Stadt, den man so nicht kennt“, verspricht Tobias. Und tatsächlich: Auf der andere Seite angekommen liegt einem der Hafen zu Füßen.

Inmitten der wunderschöne beleuchteten Skyline Hamburgs: die Elbphilharmonie. „Das Gebäude heißt uns hier jedes Mal willkommen, wenn wir in die HafenCity einlaufen. Da merkt man: man ist zu Hause.“ Das neue Wahrzeichen der Stadt ist nicht nur Konzertsaal, sondern eine spektakuläre Aussichtsplattform auf 37 Metern Höhe mit einem 360-Grad Blick über die Stadt, Hotel, Shop und Gastronomie. „Liegt gut im Wasser, man kann drin schlafen, essen, ausgucken und Konzerte hören – eigentlich wie bei uns an Bord!“ Kein Wunder, dass er die „Elphi“ so gerne hat.

Der Tag neigt sich dem Ende. „In Hamburg sagt man Tschüss“, sagt er. „Das heißt: auf Wiedersehen. Aber jetzt muss ich los, mein Segelboot wartet!“ Er kann es halt nicht lassen. Na dann: Ahoi!


Captain Pietschs Lieblingsplätze

Begleiten Sie Captain Tobias Pietsch zu seinen Lieblingsorten in der Hansestadt!

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