Teil 1: "Schleusenland"

von der Mündung (Kilometer 727) bis Wischhafen/Glückstadt

© Bernd Schlüsselburg

Vorbei an der kleinen Insel Neuwerk sieht man von der Nordsee schon den langen Sandstrand von Duhnen in Cuxhaven. Es gibt einige Sandstrände an der Unterelbe, die auch als Badestellen genutzt werden. Mit vier Kilometern ist Duhnen jedoch der längste.


Ort der Wehmut

Abschied und Fernweh – Cuxhaven war einst auch der Startpunkt für ein Neues Leben. Viele Auswanderer traten hier ihre Reisen nach Amerika an. In den historischen, denkmalgeschützten Hapag-Hallen wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die an diesem Kai Abschied genommen haben. Als einer der letzten authentischen, noch erhaltenen Orte der Auswanderung können die Besucher hier dem Leben jener nachspüren, deren Not so groß war, dass sie alles aufgegeben haben für den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft.

Die Hapag-Hallen entstanden 1900-1902. Damals gehörte Cuxhaven noch zu Hamburg. Und weil die Fahrrinne für die immer größer gewordenen Auswanderer-Schiffe nicht mehr tief genug war, verlagerte die Hamburg-Amerikanische-Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft (HAPAG) ab 1889 für einige Jahre den Amerikaverkehr hierher.

Cuxhaven begrüßt die Schiffe mit seinem Wahrzeichen, der Kugelbake. Wir befinden uns an der nördlichsten Spitze von Niedersachsen. Am anderen Elbufer liegt Friedrichskoog, direkt am Nationalpark Wattenmeer. Friedrichskoog ist ein historischer Fischereihafen und mit seiner Seehundstation ebenfalls ein beliebten Ausflugsziel. Vor dessen Küste liegt zudem die größte deutsche Bohrinsel Mittelplate.


Insel Neuwerk
© Peter Körber

Der Außenposten.

Weit, weit entfernt von Hamburg liegt die Insel Neuwerk, ungefähr 15 Kilometer nordwestlich von Cuxhaven, und gehört zu Hamburg. Auf dem beschaulichen, nur etwa drei Quadratkilometer großen Eiland leben etwa 40 Menschen. Man kann die Insel während Ebbe bei einer Wattwanderung zu Fuß oder mit dem Wattwagen erreichen. Einmal am Tag fährt auch ein Schiff hinüber. Imposantestes Bauwerk auf der Insel ist der Leuchtturm aus dem Jahr 1310. Für alle Gäste, die „reif für die Insel“ sind, halten die Insulaner ausreichend Quartiere bereit. Wer es natürlich und romantisch mag, kann sogar im Heu nächtigen. Und sich besonders nach stürmischen Nächten auf die Suche nach Strandgut und Bernstein machen.

Zu Ihrer Rechten sehen Sie bald die „Alte Liebe“, ein Anleger mit Aussichtsplattform. Flussaufwärts geht es vorbei an Brunsbüttel. Und Sie können nun ein Bötchen beobachten, das mit großem Tempo auf ihr Schiff zubraust, längsseits geht, und dann springt ein Mann in einem recht waghalsig aussehenden Manöver in das Kreuzfahrtschiff.


Die Wegbegleiter.

Lotsen sind für die Schifffahrt auf der Elbe unentbehrlich, denn sie sorgen für einen sicheren Schiffsverkehr zwischen Deutscher Bucht und Hamburger Hafen. Bereits im 14. Jahrhundert boten Fischer navigatorische Unterstützung. Die Lotsen kennen das Revier mit allen Strömungsverhältnissen, Tiefen und Breiten. Drei Lotsenstationen gibt es an der Elbe – in Cuxhaven, Brunsbüttel und Hamburg, sie sind rund um die Uhr besetzt. Auf der Höhe von Brunsbüttel geht der Seelotse von Bord, und der Elblotse übernimmt. Bei Teufelsbrück übergibt er an den Hamburger Hafenlotsen. Die Lotsen haben übrigens nicht das Kommando über das Schiff, sondern sind nur Berater. Kommt es zu einem Unfall, trägt der Kapitän dafür die Verantwortung.


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