Tour 2: Durch die Vier- und Marschlande

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© Vera Müller

 

Die Vier- und Marschlande sind ländliche Stadtteile im Südosten von Hamburg. Der Name Vierlande rührt her von den vier Dörfern Curslack, Neuengamme, Altengamme und Kirchwerder. Hier finden Sie nicht nur Deutschlands größten Blumen- und Gemüsegarten. Mit den alten Dörfern und dem einstigen Zentrum Bergedorf stoßen Sie auf eine einzigartige Kulturlandschaft, die am besten mit dem Drahtesel zu erkunden ist. Streckenlänge: 35 km.

Wegbeschaffenheit: Gut ausgebaute Wege; keine Steigungen.

Sie starten die Tour am S-Bahnhof Bergedorf. Sie halten sich links und gelangen nach wenigen Hundert Metern zum Bergedorfer Schloss aus dem 13. Jahrhundert. Die einzige mittelalterliche Burg in Hamburg beherbergt heute ein Museum zur kulturgeschichtlichen Entwicklung der Region. Sie überqueren anschließend die Bergedorfer Straße und verlassen den Stadtteil in südlicher Richtung über den Curslacker Neuen Deich.

Kurz vor dem Erreichen der Dove-Elbe biegen Sie nach links in den Curslacker Deich ein und radeln nun auf ihm bis nach Curslack – auf der linken Seite der Dove-Elbe. Sie ist ein "tauber" Seitenarm der Elbe mit zahlreichen Sporthäfen. Hier werden alljährlich deutsche und internationale Kanu- und Rudermeisterschaften ausgetragen. In Curslack sollten Sie das Freilichtmuseum Rieck-Haus nicht außer Acht lassen: Es ist eine vollständig erhaltene Hofanlage mit Scheune und Schöpfmühle aus dem Jahre 1533.

Alle Dörfer in den Vierlanden haben herrliche jahrhundertealte Kirchen. So stammt der hölzerne Turm der St. Johannis-Kirche in Curslack aus 1761. Im Kircheninnern befinden sich u. a. eine hölzerne Kanzel aus 1599, der sehenswerte Altar von 1688 sowie über 50 schmiedeeiserne Hutständer aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im benachbarten Altengamme steht sogar die bedeutendste Barock-Bauernkirche des Nordens. Sie verlassen jetzt den Curslacker Deich.

Um auf die rechte Seite der Dove-Elbe zu kommen, nehmen Sie für ein kurzes Stück den Curslacker Heerweg bzw. den Heinrich-Stubbe-Weg. Sie biegen dann in den Neuengammer Hausdeich ein und fahren auf dieser Straße bis an den Elbstrom.

In Neuengamme wird man von den Schrecken der jüngeren deutschen Geschichte eingeholt: Im hiesigen Konzentrationslager – einer Außenstelle des KZ Sachsenhausen – wurden 55.000 Menschen ermordet; die 1965 erbaute Gedenkstätte Neuengamme hält die Erinnerung daran wach.

Wenn Sie am Ende des Neuengammer Hausdeiches die Elbe erreicht haben, fahren Sie nach rechts auf den Neuengammer Hauptdeich, den Kraueler Hauptdeich sowie den Zollenspieker Hauptdeich. Auf diesem Abschnitt radeln Sie entlang der Elbe immer stromabwärts. Genießen Sie hier die schönen Ausblicke auf die Elbe und die gegenüberliegende niedersächsische Seite.

Sie passieren das Zollenspieker Fährhaus mit der in der Region einzigen Fährverbindung nach Niedersachsen und fahren nun über den Kirchwerder Elbdeich bis zur Einmündung der Straße Auf dem Sülzbrack. Hier biegen Sie nach rechts auf einen ehemaligen Bahndamm ein, auf dem früher die Vierländer Eisenbahn fuhr. Kirchwerder ist das flächenmäßig größte Dorf der Vierlande. Insbesondere die zahlreichen Gewächshäuser und die prachtvollen Bauernhöfe sollten Sie sich anschauen.

Auf dem Bahndamm radeln Sie dann einige Kilometer immer geradeaus. Sie kommen an ehemaligen Bahnhöfen vorbei, die nach ihrer Stilllegung teilweise zu Gaststätten umgebaut wurden. Am Ende des alten Bahndamms führt Sie eine Brücke über die Autobahn A 25. Gleich danach biegen Sie nach links auf den Brookdeich ein und gelangen so zum Zentrum und S-Bahnhof von Bergedorf zurück.

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