Hamburg im Januar - Das sind unsere Tipps

Für einen kulturfreudigen Start in das Jahr 2018 hat Hamburg auch im Januar wieder einiges für Sie zu bieten: Da gibt es zum Beispiel ein Remake des Tschaikowsky-Klassikers Nussknacker als Streetdance-Version, das Internationale Festival für experimentelle Musik oder die allseits beliebten Lessingtage im Thalia Theater. Wem das alles zu aufregend ist, der kann sich bei einer gemütlichen Reise in den hanseatischen Sternenhimmel zurücklehnen oder sich auf einem Streifzug durch die Thermalbäder Hamburgs mit ihren wohltuenden Programmen von den zurückliegenden Sylvesterfeierlichkeiten erholen. 

 


Sterne gucken im Januar

© FotografenwerkHH

5., 12., 14., 26., 30. Januar, Planetarium Hamburg

Sie möchten die Sterne am Hamburger Himmel in all ihrer Pracht genießen, aber das Wetter stört Sie und Lichtreflexe verdecken den Zauber? Kein Problem, gehen Sie einfach ins Planetarium Hamburg im Stadtpark! Lehnen Sie sich zurück und lauschen Sie dem Direktor des Planetariums, Thomas W. Kraupe, wenn er Ihnen bei der Veranstaltung „Der Himmel über Hamburg“ die aktuellen Sterne und Sternbilder der Jahreszeit vorstellt. Erleben Sie im Zeitraffer den Lauf von Sonne und Mond durch die Tierkreissternbilder, verfolgen Sie den Auftritt der Planeten Venus, Mars und Jupiter und begeben Sie sich auf eine abschließende Reise zum legendären „Kreuz des Südens“. 

Weitere Highlights im vielseitigen Januarprogramm des Planetariums sind „Wir sind Sterne“, eine wundersame Reise in 3D durch Raum und Zeit für Kinder ab zehn Jahren (2., 4., 5., 9., 12., 13., 24., 28., 31. Januar), der Hörspiel-Klassiker „Die drei ??? und die schwarze Katze“ von 1971 in einer Neufassung als 3D-Soundabenteuer (7., 9., 12., 14., 21., 23. -25., 27., 30. Januar), und „Aurora – Im Reich des Polarlichts“, bei dem in Echtzeit und 4K-Auflösung die Schönheit und Vielfalt des Polarlichts erlebt werden kann (5., 10.-12., 20., 23., 26., 27., 31. Januar). 

Der Himmel über Hamburg // 5., 12., 14., 26., 30.1., verschiedene Zeiten // Planetarium Hamburg, Linnering 1, Stadtpark (Winterhude) // HVV: Hudtwalckerstraße (U1), Ohlsdorfer Straße (Bus 20)

 


Eigensinn. GEDOK-Künstlerinnen in der Hamburgischen Sezession

© MKG Hamburg

Bis Sonntag 4. Februar, Museum für Kunst und Gewerbe

„Frauen dieser Art unterjochen und erniedrigen letzten Endes den Mann“, schrieb einst der Kulturchronist Gustav Schiefler über Ida Dehmel (1870-1942). In einer von Männern dominierten Kunstwelt gründet die Kunstförderin und Frauenrechtlerin 1926 in Hamburg einen Verband speziell zur Vernetzung von Künstlerinnen und Kunstfreundinnen. Die GEDOK, die Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen, entwickelt sich noch in den 20er-Jahren zu einer bedeutenden, überregionalen Plattform für Kunstschaffende und vereint Künstlerinnen aus allen Bereichen, wie etwa Tanz, Malerei, Musik oder Dichtung.

Noch bis zum 4. Februar ehren das Museum für Kunst und Gewerbe und die Hamburger Sparkasse den Verein zum 90-jährigen Jubiläum nun mit einer Ausstellung. Über 50 Exponate, darunter Gemälde, Grafiken, Fotografien und Objekte zeigen die Vielfalt und den „Eigensinn“ der emanzipierten Künstlerinnen und Kunstgewerblerinnen aus den Gründungsjahren. Entschieden vorangetrieben wurde die GEDOK von Persönlichkeiten der Hamburgischen Rezession, darunter Anita Rée (1885-1933), Alma del Blanco (1886-1943) oder Gretchen Wohlwill (1878-1962).

Bis heute geht die GEDOK ihrer Aufgabe nach und unterstützt Künstlerinnen aller Sparten mit öffentlichen Mitteln. Das „Kunstforum der GEDOK“ mit Sitz in St. Georg verleiht neben dem Ida Dehmel-Literaturpreis einen Literaturförderpreis und schreibt regelmäßig Wettbewerbe für Musikerinnen und Komponistinnen aus. Bis heute, so scheint es, ist der Eigensinn der Gründerin und der ersten Mitglieder ungebrochen.

Eigensinn. GEDOK-Künstlerinnen in der Hamburgischen Sezession // bis 04.02., täglich 10 bis 18 Uhr (außer montags) // Museum für Kunst & Gewerbe, Steintorplatz, St. Georg // HVV: Hauptbahnhof 


Besuch im Theatersalon 2te Heimat

© Reimar Biedermann

13., 19., 26., 27. Januar, Theatersalon 2te Heimat

Was macht man, wenn einen in der Wahlheimat das Heimweh überfällt? Der Westfale Andreas Löher und der Schweizer Thomas Gisiger bauten in Hamburg einfach einen alten Speicher zu einem großen Wohnzimmer um! Seitdem frönen sie dort ihren Leidenschaften für das Theater und die gute Küche. Besuchen doch auch Sie einmal den Theatersalon 2te Heimat, lassen Sie sich überraschen von herzerwärmenden Theaterproduktionen und geben Sie sich anschließend ausgewählten kulinarischen Genüssen hin. Denn kaum ist der Bühnenvorhang gefallen, öffnet sich ein weiterer Vorhang und gibt den Blick auf lange Tafeln frei, an denen ein leckeres Drei-Gänge-Menü serviert wird. Die Plätze sind mit Namenskarten versehen und schnell kommt man mit dem unbekannten Tischnachbarn ins Gespräch. Wer sich darauf einlässt, wird Teil eines kultivierten Salonbetriebs, eines herzlichen Miteinanders befeuert von gutem Wein. 

Im Januar werden gleich mehrere Stücke gespielt. Besonders empfehlenswert ist „Wenn Träume wahr werden – Ein Solo für zwei“: Eine Frau und ein Mann, die einst als Kinder ineinander verliebt waren, begegnen sich in der Nacht vor ihrem fünfzigsten Geburtstag im Traum wieder und erzählen sich aus ihren Leben (13., 27.01.). 

Oder wie wäre es mit dem Stück „Sternenhimmel“, in dem sich auf einer Kreuzfahrt unter dem Sternenhimmel eine charmante Barpianistin und ein einsam wirkender Mann begegnen? Schon bald drehen sich ihre Gespräche um bedeutende Dinge und ihre Worte verbinden sich in der Musik zu Melodien von Liebe, Einsamkeit und Mut (19., 26.01.). Zögern Sie nicht zu lange, die Plätze sind begrenzt! 

Theatersalon 2te Heimat // verschiedene Termine und Zeiten // Max-Brauer-Allee 34 (Altona) // HVV: Bahnhof Altona


Lessingtage 2018

© Christina Georgiadou

Freitag, 19. Januar bis Sonntag, 4. Februar, Thalia Theater 

Mit „Nathan der Weise“ schrieb der große Schriftsteller der Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing eine weltbekannte Parabel über die Toleranz. Die nach ihm benannten „Lessingtage“, ein Theaterfestival, das jedes Jahr im Thalia Theater am Alstertor und in der Gaußstraße stattfindet, greift seine Gedanken um ein friedvolles und vernünftiges Zusammenleben auf. Neben Produktionen aus Hamburg, gibt es aufregende Gastspiele aus der ganzen Welt, die von aktuellen politischen Themen handeln. Die Lessingtage 2018 vom 19. Januar bis zum 4. Februar drehen sich ganz um das Thema Demokratie und ihre Gefährdung. Zu sehen sind Aufführungen aus Frankreich, Griechenland, Ungarn, Polen und Österreich. Ergänzt wird das Programm durch zwei Inszenierungen aus Berlin, von der Schaubühne und dem Maxim Gorki Theater. Ein paar Tipps für die Festivaltage: 

- Das Stück „Rückkehr nach Reims“ nach Didier Eribon, inszeniert von Thomas Ostermeier (20. Januar): Die Analyse des französischen Soziologen Didier Eribon gilt als Schlüssel für den Niedergang der klassischen Sozialdemokratie in Frankreich. In dieser dokumentarischen Bühnenadaption spielt Nina Hoss die Hauptrolle.

- Eröffnungsrede mit Can Dündar (21. Januar): Der weltweit bekannte kritische Journalist aus der Türkei spricht über die Freiheit. Darüber, wie er sie in dem autokratischen System seiner Heimat selbst riskiert hat und, wie sie verteidigt und gewahrt werden kann.

„Clean City“ von Anestis Azaz und Prodromos Tsinikoris (23. + 24. Januar): In dieser griechischen Inszenierung stehen fünf eingewanderte Putzfrauen auf der Bühne. Ihre authentischen Geschichten füllen das Stück über Globalisierung, Heimat, Sehnsucht und Familie mit Leben. 

Lessingtage 2018 // 19.1. bis 4.2. // Thalia Theater, Alstertor (Neustadt) & Thalia in der Gaußstraße, Gaußstraße 190 (Bahrenfeld) // HVV: Jungfernstieg & Gaußstraße (Bus 2)


Besuch in der Therme

Ganzjährig, verschiedene Orte

Wollen Sie das neue Jahr ausgeruht beginnen? Dann sind Hamburgs Thermalbäder genau das Richtige. Rund um die Alster beginnt der Thermen Rundgang. Von der Innenstadt aus am nächsten gelegen ist die Festland Therme. Dort kann man nicht nur Entspannung und Erholung in der Sauna finden, sondern in Deutschlands größter Wasserspiellandschaft auch richtig Spaß haben. Weiter geht es mit dem Bäderland Kaifu-Sole. In den Sole Becken schwebt man bei angenehmen 32 Grad und einem Salzgehalt von 6 % wie auf einer warmen Wolke und pflegt währenddessen auch noch die Haut. Alle Sinne verwöhnt auch das Holthusenbad mit seiner ausgedehnten Spa-, Sauna- und Badeanlage. Mit seiner eindrucksvollen Architektur bietet Ihnen das Bad sogar noch etwas fürs Auge. Erholung und Ruhe findet man ebenso ein kleines Stück weiter in der  Bartholomäus-Therme, dessen Thermenbereich exklusiv für Erwachsene reserviert ist, um ein angenehmen Geräuschpegel zu garantieren. In den anderen Badebereichen können sich Kinder aber selbstverständlich austoben. In Harburg gibt es das Bäderland Midsommerland, in dem eine Mischung aus Wellness und Spaß geboten ist. Die Wildwasserrutsche runterrauschen oder dienstags um 20 Uhr bei sanften Musikklängen schwimmen gehen, hier ist beides möglich.

Festland: Dampfbad, Bionarium mit Farblichtwechsel, Eisbrunnen, 900 Quadratmeter große Wasserspiellandschaft, Baby- und Minipool, Rutschanlage (Länge 30 m). Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-23 Uhr, Sa+So 10-23 Uhr // Preise: ab 6,50 € // Holstenstraße 30 (Altona) // S-Holstenstraße, Buslinie 283 (Haltestelle Thadenstraße (West))

Kaifu-Sole: Solebecken, Himalaya Salzsteinsauna, Kaminzimmer und Sole-Bar. Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-24 Uhr, Sa 10-24 Uhr, So 10-23 Uhr // Preise ab 12 € // Hohe Weide 15 (Eimsbüttel) // U-Christuskirche

Holthusenbad: Candlelight-Therme (Fr ab 21 Uhr), orientalisches Dampfbad, ganzjährig geöffneter Außenpool, Wellenbad. Öffnungszeiten: Mo-So 9-22 Uhr // Preise: ab 6 € // Goernestraße 21 (Eppendorf) // U-Kellinghusenstraße 

Bartholomäus-Therme: Große Außenterrasse, Schwitzbäder, Thermalbad, Blütenschwitzbäder. Öffnungszeiten: Mo 15 – 22, Di-Fr 10 – 22, Sa + So 10 – 20 Uhr // Preise: ab 10, 40 € // Bartholomäusstraße 95 (Barmbek) // U-Mundsburg, Buslinie 173 (Haltestelle Schumannstraße)

Midsommerland: Erlebnisbecken mit Strömungskreisel, Wiki-Land mit Wikingerschiff und Wasserkanone, Wildwasserkanal, Saunagarten, Seeterrasse, Finnische Sauna, Kaminsauna. Öffnungszeiten: Mo-So 10-23 Uhr // Preise: ab 6,70 € // Gotthelfweg 2 (Harburg) // S-Harburg, Buslinie 145 (Haltestelle Freizeitbad MidSommerland)


Arno Geiger – »Unter der Drachenwand«

Mittwoch 31. Januar, Literaturhaus

Sollte das Hamburger Wetter zu Jahresbeginn allzu ungnädig sein, dann lohnt sich für Literaturinteressierte ein Besuch im Literaturhaus der Hansestadt erst recht. Am 31. Januar liest der österreichische Schriftsteller und Deutsche Buchpreisträger Arno Geiger aus seinem neuen Roman »Unter der Drachenwand«: Der verwundete Soldat Veit Kolbe verbringt im Jahr 1944 zur Genesung ein paar Monate am Mondsee. Hier unter der Drachenwand, abseits des wütenden Sturms namens Krieg, lernt er Margot und Margarete kennen, zwei Frauen, die gemeinsam mit ihm darauf hoffen, dass das Leben bald wieder beginnt. Der Autor erzählt in seinem neuen Buch von Veits Ängsten und Albträumen, der seltsamen Idylle eines abgelegenen Dorfes und von der Liebe.

Arno Geiger wurde 1968 geboren und gab mit Kleine Schule des Karussellfahrens 1997 sein Romandebüt. 2005 wurde ihm für Es geht uns gut der Deutsche Buchpreis verliehen, weitere Auszeichnungen sind der Friedrich Hölderlin-Förderpreis und der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sein neuester Roman Unter der Drachenwand erscheint am 10. Januar beim Hanser Verlag. Durch den Abend mit Geiger im Literaturhaus führt die Redakteurin und Literaturkritikerin Sandra Kegel.

Arno Geiger – »Unter der Drachenwand« // 31.01. 19.30 Uhr // Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, Uhlenhorst // HVV: Mundsburg (U3)

 


Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung

© NRICH Museum fuer Voelkerkunde Hamburg

Bis 15. Dezember 2020, Museum für Völkerkunde

Moderne und Kultur, Hochtechnologie und Tradition – dieser Spagat macht Südkorea so faszinierend. Und das kann man bei dem neuen Ausstellungsprojekt „Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung“ erleben. Aus der langjährigen Kooperation zwischen dem Hamburger Museum für Völkerkunde und dem National Folk Museum of Korea ist eine sehenswerte und interessante Mischung aus Schnelligkeit und Ruhe entstanden. Diese beiden Gegensätze sind das Hauptthema der Ausstellung Uri Korea, was mit "Unser Korea" übersetzt werden kann. Zwar trennen tausende Kilometer Deutschland und Korea, doch es gibt erstaunlich viele Gemeinsamkeiten, die sich in Gesellschaft und Kultur wiederspiegeln. Allein ein flüchtiger Blick auf die jüngere Geschichte Koreas bringt viele Ähnlichkeiten zum Vorschein: Ein verheerender Krieg, der mit der Teilung des Landes endete, das darauffolgende Wirtschaftswunder und der inzwischen hochtechnologische Fortschritt in einem Land, das für seine vorbildliche Mülltrennung bekannt ist. Klingt das bekannt?

Mit bisher unveröffentlichten Exponaten aus Geschichte und Gegenwart werden das alltägliche Leben und die Tradition der asiatischen Halbinsel gezeigt. Angefangen beim Mofa, das aus dem Straßenbild Koreas nicht mehr wegzudenken ist, über einen historischen Drachenhelm, der einst für Prinz Heinrich von Preußen gefertigt wurde, bis hin zum modernen Designergeschirr ist alles dabei. Vielfältig, kurios und beeindruckend zeigt sich ein lange Zeit als unscheinbar geltendes Korea, das es in zwei Jahrzehnten vom Entwicklungsland zu einer der wichtigsten Industrienationen gebracht hat. 

Uri Korea – Ruhe in Bewegung // Ab 15.12. // Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64 (Rotherbaum) // HVV: U– Hallerstraße (U1)

 

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