Martins ganz persönliches Hamburg

Radeln in Finkenwerder, Flanieren im Hamburger Kunstverein & ein Dinner im Leche de Tigre in Ottensen – wir haben Martin Siegmann an seine Lieblingsorte begleitet und ihm ein paar Fragen über sein ganz persönliches Hamburg gestellt.


Alle Wege führen nach Hamburg. Erzähl uns von deinem.

» 2011 habe ich beschlossen, meiner Heimatstadt Köln den Rücken zu kehren, um es eine Nummer größer zu versuchen. Es war kein lang erdachter Plan, sondern eher eine Spontanaktion. Frei nach dem Kölschen Grundgesetz „Et kütt wie et kütt.“ und „Et hätt noch immer jot jejange.“ habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin einfach losgefahren.
Solch Positivismus scheint bei den nordischen Göttern wohl Eindruck hinterlassen zu haben: Hamburg hat mich mit offenen, kräftigen Armen empfangen - und hat mich seither nicht mehr losgelassen. 
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Beschreibe die Stadt in einem Satz. 

» Hamburg ist gegensätzlich: Millionäre und Autonome, Milieu und Großhandel, engstirniger Moloch und multikulturelle Metropole. «

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Was hat Hamburg, das andere Städte nicht haben? 

» Massenhaft Wasser, Tide und den Hafen. «

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Hast du einen geheimen Wohlfühlort in Hamburg, den du uns verraten möchtest?

» Überall und nirgends. Hauptsache ich habe meine Posse bei mir. «

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Hast du einen Lieblingsplatz am Wasser?

» Den Anleger am Fischmarkt, direkt vor dem Golem, wo ich arbeite. Das ist der beste Platz für kurze Pausen und einen Wein zum Feierabend. «

Ironischer Miesepeter oder geheimer Sonnenschein? Was macht für dich den typischen Hamburger aus?

» Den typischen Hamburger gibt es für mich nicht wirklich. Hier im Norden habe ich den Typ „Hater“ aber kennen- und lieben gelernt. Mit einer Spur Selbstironie und Sarkasmus trifft das meinen Humor. « 

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Welcher vermeintliche Hamburger „Touri-Tipp“ wird völlig unterschätzt?

» Kanufahren auf den Alsterkanälen. « 

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Butter bei die Fische: Elbe oder Alster? (Und warum?) 

» Ganz klar: die Elbe. Tide, Hafen – das hat für mich mehr Charme als der Prunk. «

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Gibt es einen Ort/eine Aktivität/ein Gebäude, das du in Hamburg noch nicht gesehen hast und schon immer mal sehen wolltest?

» Ich war noch nie im Planetarium und würde da gerne mal hin. «

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Mit welcher Hamburger Persönlichkeit würdest du gerne mal ein Fischbrötchen essen? 

» Wenn es sich ergibt, dann fast mit jedem. «

Hamburg und du – eine Liebesgeschichte. Welcher Song wäre die Titelmelodie?

» Beginner – „Geh Bitte“. Das war 1998 mein erster Kontakt zu Hamburg und der erste Hip-Hop-Titel, den ich von vorne bis hinten mitrappen konnte.
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Wohin gehst du mit Besuch von außerhalb in Hamburg als erstes und warum?

» An den Elbstrand, auf die Plaza der Elbphilharmonie oder in Cafés, Restaurants und Bars von Freunden. «

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Wohnst du schon in deiner Lieblingsstraße?

» Nein. Momentan wohne ich in Altona-Nord an der Stresemannstraße; Lärm und Feinstaub vertreiben mich so langsam. Hamburg hat viele schöne Straßen, besonders hat es mir aber die Glashüttenstraße angetan. « 

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Reizt dich auch noch einmal ein anderes Viertel?

» Klar. Bin grade auf der Suche nach etwas Neuem. Aber eher zentral als weiter raus. «

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Unterscheidet sich dein Arbeitsplatz sehr von deinem Wohnort? 

» Nein. Das liegt alles sehr nah beieinander. « 


Wir waren mit Martin an seinen Lieblingsorten


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